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Mit dem Fahrrad...

 

Meine spontane Reise mit meinem Fahrrad fing um 12:30 in Bremen an und hörte um 22:30 in Waddewarden ( Wangerland/Friesland ) auf.
Wer von euch jetzt schnell gerechnet hat, der hat genau 10 Stunden raus. Laut Google-Maps bin ich eine Strecke von 117km gefahren.
Wenn du also die Route bei Google Maps eingibst, dann zeigt er dir 5:29 Std. Fahrzeit und 108km an. Wie komm ich da denn auf 10 Stunden?
Das könnt ihr unten weiter lesen...

Links könnte ihr meine Route sehen.

Diese habe ich mir erstmal im Internet angeschaut. Später aber zwischen Elsfleth und Dangast, musste ich nach dem Navigationssystem auf meinem Handy vertrauen.

 

 

Es ist Vormittag, so um kurz vor 11 Uhr. Irgendwie merke ich, dass ich heute etwas machen möchte. Was genau wusste ich noch nicht und so habe ich überlegt, was ich denn machen möchte. Gehe ich spazieren? Mach ich eine Fahrradtour? Möchte ich einfach Fotografieren gehen? Dann fiel mir ein, dass mein Sohn, mich mit dem Fahrrad besuchen kommen möchte. Aus Friesland nach Bremen. Ja gut, habe ich mir gedacht, er ist 17 Jahre alt und bekommt das mit Sicherheit hin. Nun, jetzt fragte ich mich, ob ich das auch schaffe? Aber den umgekehrten Weg. Warum nicht? Ich überlege also, was ich mitnehmen möchte, damit ich mich nicht ganz unvorbereitet auf den Weg mache.

 

- Wasser - Check

- Ein Snack zu Essen - Check

- Luftpumpe, Flickzeug und anderes minimales Werkzeug - Check

 


 

Ich fahre also los, ohne ein Ziel. Die Richtung ist aber fest. Richtung Norden. Je weiter ich fuhr, wurde mir immer klarer, dass ich zu meinem Sohn fahre. In erster Linie, um es mir nochmal zu beweisen.

In zweiter Linie, um meinem Sohn Mut zu machen, dass wenn sein Vater das schafft, dann schafft er das erstrecht.

 


 

Lemwerder sollte meine erste Pause sein.
An der Weser entlang ist wirklich ein sehr schönes fahren. Was direkt auffällt, ist eine Spundwand mit gesprühten Graffiti. Da sind sehr interessante Motive dabei. Lohnenswert für alle, die Kunstinteressiert sind.

 

-> LINK <-

 

 


Die nächste Etappe sollte Elsfled werden. Dort befindet sich das Huntesperwerk. Vorher durfte ich aber ein Umweg fahren. Für die Gäste ein vielleicht nicht so oft vorkommender Anblick. Ich bin nämlich zweimal an demselben Melkhus vorbeigefahren. Warum habe ich dieses gemacht? Weil ich, wie ihr auf dem Bild sehen könnt, oben falsch abgebogen bin. Auf dem Schild steht Elsfled-Sand. Dabei dachte ich mir, dass es einfach ein Strand an der Weser ist, ohne eine Brücke über die Hunte. Das Ergebnis waren 5,5km Umweg. Ganz ehrlich... Diese Strecke war auch nicht besonders toll ;-)

 

Eins zwei Sätze nochmal zu dem Huntesperrwerk.

Das Sperrwerk lieg an, wie der Name schon sagt, an der Hunte.

Die Hunte ist der zweitlängster Nebenfluss mit einer Länge von 189km der Weser. Das Sperrwerk schließt sich in der Zeit von 7:00 bis 20:00 Uhr immer zur vollen Stunde.
Da ich hier um 15:30 Uhr ankam, habe ich die Zeit genutzt, um Mittag zu essen.

 

Links im Video beschreibe ich meine ersten Zweifel. Zu diesem Zeitpunkt war es sehr ansträngend für mich, da ich permanenten Gegenwind erleben durfte. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon gut 4 Stunden im Sattel und bin etwas mehr als 50km gefahren. Nein ich bin keine Schnecke, sondern der Gegenwind hat richtig reingehauen :-(

Es sind übrigens Windräder und keine Windmühlen, wie ich im Video gesagt habe.


Trotz der mittlerweile anstrengenden fahrt, kamen auch immer wieder mal Glücksgefühle auf. So war es auch als ich den Jadebusen erreicht habe. Im Video kann man schon die Salzkörner auf meiner Haut sehen, die ich mir natürlich nicht nur vom schwitzen angesammelt habe. Am Jadebusen bin ich um 18:42 Uhr angekommen und bin da ca 65km unterwegs.

 


Habe ich schon den Gegenwind erwähnt? Ok so nach 8 Stunden auf dem Fahrrad hatte ich ehrlich gesagt, nicht mehr ganz soviel spaß.  Das erreichen von Dangast war für mich ein wichtiger Punkt. Normalerweise isst man dort den Weltberühmten Rabarberkuchen. Ich wollte aber davon nichts wissen, asserdem war es auch schon nach 20 Uhr und jetzt hing mir zusätzlich noch die Zeit im Nacken.


 

Um 20:52 Uhr nach ca. 90km konnte ich das Ortseingangsschild von Sande sehen. Jetzt war es nur noch ein "Katzensprung" bis ich mein Ziel erreichen konnte.
Glaubt mir, ab jetzt war es nicht mehr schön. Gut ich hatte kein Gegenwind mehr, der mich bis hierher begleitet hatte, aber ich mochte einfach nicht mehr fahren.

 


 

Die letzten Kilometer waren wie ein Horrorfilm. 6 km vor dem Ziel fuhr ich durch Sillenstede. Ich kann euch sagen, ich wollte schon fast aufgeben. Kennt ihr euren Schweinehund? Ich kenn meinen jetzt. Es wurde langsam dunkel und nach jeder Kurve die ich durchfuhr, meckerte ich, warum das Dorf immer noch nicht zu sehen war. Diese 6km fühlten sich an wie 12km. Nun denn, ich kam an und wurde herzlich in Empfang genommen. Mein Sohn konnte es nicht glauben, dass ich mit dem Fahrrad gefahren bin. Somit unterhielten wir uns noch eine kurze Zeit bis ich ins Bett gefallen bin.

 

Am nächsten Tag fühlte ich mich wie "Pudding". Muskelkater hatte ich keinen.

 


Es war eine schöne Erfahrung und ich habe mich wieder ein wenig mehr kennengelernt. Ob ich so eine lange Fahrt mit dem Fahrrad noch mal machen werde? Ich sag mal so... Ich bin für diese Erfahrung sehr dankbar.

 

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